Meinletzter voller Tag an der Oude Maas. Es ist wieder wärmer geworden. Nachdem ich gestern in Kinderdijk nicht so richtiges „Foto-Feeling“ verspürt habe, werde ich heute nicht noch einmal nach Kinderdijk fahren. Stattdessen möchte ich die nähere Umgebung ein wenig erkunden und mit dem Rad losziehen. Dabei werde ich aber meine große Kamera mitnehmen, die ich in einer speziellen Fototasche am Gepäckträger hinten befestigen kann. Premiere für die Tasche, denn obwohl ich sie schon sehr lange habe, habe ich sie noch nie eingesetzt.

Foto-Fahrradtaschen
Neben der eigentlichen Fahrradtasche Ortlieb OfficeBag mit speziellem Fotokamerainsert, habe ich noch eine spezielle Stativtasche ebenfalls von König Photobags. Eingestellt sind beide Taschen im Moment noch für mein reguläres, großes E-Bike. Ich lasse deshalb die Stativtasche im Gepäck, denn ich müsste diese erst noch einstellen. Im Gegensatz zum OfficeBag benötige ich aber einen Inbusschlüssel, um die Halterung zu verstellen. So wie sie im Moment steht, passt sie zwar an den Gepäckträger, aber ich würde beim Fahren immer wieder mit der Verse gegen die Stativtasche treten. Ähnlich ist es mit dem OfficeBag, hier kann ich aber die Tasche schnell in der Position einstellen, in der ich mit der Verse gerade so vorbeikomme.
Kleine Radtour
Nachdem ich meine Fotoausrüstung vom Rucksack in die Fahrradtasche umgepackt habe mache ich mich auf den Weg, im Grunde kann man sich nicht verfahren, denn es geht immer an der Oude Maas entlang. Irgendwann, kehrt man einfach um und fährt zurück. Als Ziel habe ich mir zwei Gebiete ausgesucht in denen es zahlreiche Kopfweiden gibt.

Natur
Die Carnisse Grienden und die Rhoonse Grienden sind wahre Juwelen unter den niederländischen Naturschutzgebieten entlang der Oude Maas in der Provinz Zuid-Holland. Sie gehören zu den letzten verbliebenen Süßwasser-Tidenauen dieser Region – ein Naturphänomen, das durch die Gezeiten regelmäßig überflutet und wieder freigegeben wird. Das ständige Wechselspiel von Ebbe und Flut formt hier eine faszinierende Landschaft aus Wasserflächen, weiten Schilfgürteln, uralten Kopfweiden und kleinen Wiesen, die je nach Jahreszeit immer wieder ein neues Bild zeichnen.
Carnisse Grienden
Die Carnisse Grienden, eingebettet zwischen Barendrecht und Heerjansdam, wirken wie eine grüne Insel inmitten der Flusslandschaft. Die Vegetation wird durch die Gezeiten geprägt: Weichholzauen mit eindrucksvollen Kopfweiden, dichte Schilffelder, die im Wind rascheln, und Wiesen, die bei Hochwasser für kurze Zeit im Wasser verschwinden. Feine Wassergräben und naturbelassene Stege durchziehen das Gebiet und bieten ideale Beobachtungsmöglichkeiten für seltene Vögel wie Eisvögel oder Silberreiher sowie für eine Vielzahl an Insekten, die hier ein ungestörtes Refugium finden.

Rhoonse Grienden
Etwas flussaufwärts liegen die Rhoonse Grienden, die sich harmonisch an die Landschaft anschmiegen. Hier bilden Tidenauen, historische Kopfweiden und malerische Rad- und Wanderwege ein idyllisches Gesamtbild. Besonders faszinierend sind die uralten Weiden, die bereits seit Jahrhunderten regelmäßig geköpft werden – ein traditionelles Verfahren, das nicht nur die Form der Bäume bewahrt, sondern auch Lebensraum für Fledermäuse, Spechte und zahlreiche Käferarten schafft. Mit jedem Schritt durch dieses Gebiet taucht man tiefer in die historische und ökologische Bedeutung der Flusslandschaften ein, in denen Mensch und Natur seit Generationen miteinander verwoben sind.

Fazit
Die Carnisse und Rhoonse Grienden laden nicht nur zu entspannten Spaziergängen oder ausgedehnten Radtouren ein, sondern auch zu stiller Naturbeobachtung und Fotografie. Besonders eindrucksvoll ist das Spiel von Licht und Schatten, wenn die Sonne durch die Baumkronen fällt oder sich die Wasserflächen bei auflaufender Flut in glitzernde Spiegel verwandeln. Beobachtungsplattformen und kleine Holzstege ermöglichen es Besuchern, die reiche Flora und Fauna hautnah zu erleben, ohne die empfindliche Natur zu stören. Ein Ausflug in diese Tidenauen ist wie eine Reise in eine andere Welt, in der die Zeit langsamer zu vergehen scheint und die Ursprünglichkeit der Flusslandschaft greifbar wird.

Wenn man die Kopfweiden Alleen fotografieren möchte, empfiehlt es sich jedoch besser, den Weg zu Fuß zu bewältigen. Man kann auch, wenn man den Weg vom Campingplatz nicht komplett gehen möchte, Parkplätze finden, die am Naturschutzgebiet verstreut liegen, und dann zu Fuß gehen. Da ich mit dem Rad unterwegs war, musste ich das Rad oft schieben, da es nur ein Fußweg war und es ausdrücklich verboten ist, Fahrrad zu fahren. Wenn man die Regeln streng fasst, ist auch schon dies nicht erlaubt.