Norwegen Rundreise – Kristiansund – Gjøra

Dies ist Teil 11 von 15 Teilen der Serie „Reisetagebuch Norwegen 2025“

Nach dem fulminanten Spektakel der vergangenen Nacht, geht es heute wieder Richtung Süden. Eine weiteres Highlight soll in den kommenden Tagen der Dovrefjell–Sunndalsfjella Nationalpark sein. Hier in Gjøra wollen wir noch einen Zwischenstopp einlegen und eine Wanderung zu den Wasserfällen von Åmotan und ins Grøvudalen bzw. ins Fjell unternehen.

Røymoen, Gjøra, Møre og Romsdal, Norway

Dalabrua, 6613 Gjøra, Norway

Gjøra, Møre og Romsdal, Norway

Byskogen, Kristiansund Municipality, Møre og Romsdal, Norway

Anscheinend sind wir schon zu verwöhnt von der herrlichen Landschaft Norwegens denn wir fahren auf direktem Wege nach Gjøra auf den Campingplatz. Wie gewohnt haben wir online reserviert, ein Grund, weshalb wir Plätze mit WLAN bevorzugen. Wir gönnen uns den Luxus kurzfristig festzulegen wohin es die nächsten Tage gehen soll. Wir schauen uns die Plätze im Vorfeld an und entscheiden kurzfristig. Gjøra liegt bereits im Norden des Dovrefjell–Sunndalsfjella Nationalpark. Wir wollen von hier aus mal wieder wandern.

Gjøra Camping
Gjøra Camping

Gjøra Camping

Gjøra Camping liegt still und unscheinbar im Tal zwischen Oppdal und Sunndalsøra. Ein Platz, der nicht laut um Aufmerksamkeit bittet, sondern einfach da ist. Umgeben von Wiesen, Bergen und dem leisen Rauschen der umliegenden Flüsse. Der Campingplatz wirkt wie ein natürlicher Zwischenstopp auf dem Weg in die großen Landschaften Norwegens. Die Stellplätze sind großzügig. Das Gelände weitläufig. Die Atmosphäre ist so entspannt, dass fast alle Besucher in den Bewertungen betonen, wie ruhig es hier ist. Kein Gedränge, kein Stress – nur ein Platz, der Raum lässt.

Die Sanitäranlagen sind modern und gepflegt, es gibt kostenloses WLAN, und wer möchte, kann in eine der kleinen Hütten einziehen. Viele Gäste nutzen Gjøra als Ausgangspunkt für Wanderungen. Der Platz liegt direkt am Tor zum Dovrefjell–Sunndalsfjella Nationalpark und zu den berühmten Wasserfällen von Åmotan. 

Wandern

Nachdem wir Cookie abgekuppelt und ausgerichtet haben machen wir uns wieder auf den Weg. Wir wollen einen kleinen Wanderweg folgen, der unmittelbar von der Straße aus direkt hoch zum Hælfjellet führt. Auf dem Weg dorthin gibt es aber leider eine Straßensperrung. Hier kommen wir nicht weiter, zumindest nicht jetzt. In gut 30 Minuten soll die Straße wieder frei sein.

Åmotan

Wir drehen und nehmen einen Abzweig von der Straße, die uns zu den Wanderwegen rund um den Åmotan führt. Die Straße ist recht eng und führt direkt durch den Wald. Gegen Ende stößt man auf ein breiteres Stück der Straße, hier gibt es links gegen Gebühr Parkmöglichkeiten. Hier starten einige Wanderwege die wieder hinunter ins Tal und zum Jenstad Hof führen. Hier in der Gegend findet man einige sehr schöne Wasserfälle. Laut Karte gibt es unten im Tal an den Höfen ebenfalls noch zwei Parkmöglichkeiten. Allerdings scheint es mit dem Auto von hier oben nicht „offiziell“ weiter zu gehen.

Da wir aber vor haben hoch zum Hælfjellet zu gehen, kehren wir um. Wir haben dieses mal Glück und die Straße wird für uns freigegeben. Während wir den Berg erklimmen, erkennen wir die Ursache der Sperrung. Es werden Sprengarbeiten vorgenommen und der Berghang entlang der Straße abgetragen. Dadurch wird die Straße vor Steinschlag besser geschützt und ein wenig breiter.

Hælfjellet

Oben an der ersten Kuppe der Straße angekommen ist eine Haarnadelkurve. Sie führt direkt oberhalb des Svøufallet vorbei, den man von unten über Jenstad erreichen kann. Es folgt eine weitere Haarnadelkurve und man fährt direkt unterhalb eines Hofes weiter den Fjellgardsvegen (Fv6142) entlang. Kurz vor der Dalabrua gibt es dann links eine Parkmöglichkeit. Der Weg hinauf zum Hælfjellet beginnt schräg gegenüber vom Parkplatz, der aber recht klein ist und ca. 5 normalen PKW Platz bietet.

Doch wir sind heute irgendwie ein wenig vom Pech verfolgt. Gerade angekommen schüttet es dermaßen, als hätte oben jemand Falltore geöffnet und den Willen das Land unter Wasser zu setzen. Wir warten einige Minuten doch es mag nicht aufhören. Da der Weg hoch aufs Fjell recht ungeschützt ist, macht es keinen Sinn die Wanderung zu starten. Zumal man oben bei einem solchen Wetter auch keine Aussicht hat, die man genießen kann.

Herbst entlang des Fjellgardsvegen (Fv6142)
Herbst entlang des Fjellgardsvegen (Fv6142)

Røymoen

Wir entschließen uns einfach mit Cookiedoo (unserem Duster) die kleine Straße weiter zu fahren. Der Straße folgend nehmen wir dann den Abzweig in Richtung Røymoen und Hallen. Hier starten weitere Wanderwege in den Dovrefjell–Sunndalsfjella Nationalpark hinein. Kurz vor Røymoen geht rechts dann der Abzweig der nach Hallen führt. Hier werden wir aber von einem schweren Stein der auf einer Holzstaffel steht mit einem „Stop“ begrüßt. Wir werden gebeten die mautpflichtige Straße zu bezahlen, wenn wir weiter fahren möchten.

Da das Wetter noch immer nicht mitspielen möchte, drehen wir kurzer Hand wieder um. An einer kleinen Brücke und an einer anderen Stelle, wo die Bäume sich in hübschen Herbstlaubkleid präsentieren, machen wir ein paar schnelle Fotos.

Berg, Tal und Seterhöfe

Der Tag ist also nicht von großem Erfolg gekrönt, dennoch genießen wir die Aussicht. Wir fahren ein paar noch kleinere Sträßchen entlang und uns wird plötzlich wieder der Weg versperrt. Dieses Mal von einem riesigen Bagger mit Kranarm an dem ein Greifer und eine große Kreissäge hängt. Ruhig schneidet der Führer des Fahrzeugs entlang der Straße Büsche und kleinere bis mittlere Bäume weg. So bleibt die Sicht entlang der Straße erhalten und im Winter kann man besser erkennen wo die Straße überhaupt ist. Als er uns bemerkt fährt er einige Meter der Straße entlang bis zu einer Stelle an der wir passieren können.

Wir wussten ja nicht mehr wo wir sind. Die Straße führt einfach nur immer tiefer durch das abgelegene Tal. Hier und dort alte Seterhöfe und immer weiter hinauf ins Fjell. Bis wir dann irgendwann nicht weiter kommen. Es hilft nichts wir müssen drehen. Tja und der arme Mann im Bagger musste wieder seine Arbeit unterbrechen, damit wir passieren konnten.

Herbst entlang des Fjellgardsvegen (Fv6142)
Herbst entlang des Fjellgardsvegen (Fv6142)

Im Fjell rund um Gjøra stehen immer wieder alte Seterhöfe. Kleine Sommerhöfe, die früher von Bauern genutzt wurden, wenn sie ihr Vieh in die Berge trieben. Die Hütten wirken heute wie stille Zeugen einer anderen Zeit: einfache Holzbauten, oft mit Grasdächern, einsam zwischen Felsen und Weiden. Viele sind verlassen, manche renoviert, aber alle tragen diese besondere Ruhe in sich, die man nur in alten Berglandschaften findet.

Gjøra

Wir fahren nun zurück, die Straße ist mittlerweile wieder frei. Die Norweger, die hier gearbeitet haben sind bereits im Feierabend. Wir fahren am Campingplatz vorbei in die Ortsmitte von Gjøra holen uns im Einkaufszentrum eine Karnelsnurre und einen Kaffe. Man muss sagen, dass es hier kaum etwas anderes zu geben scheint. Das große Einkaufsgebäude in dem nur noch der Supermarkt offen hat erinnert mich an eine große Fliegerhalle. Allerdings hat die Architektur rein gar nichts damit zu tun.

Wieder zurück am Campingplatz nutzen wir die Zeit zum Kochen. Dabei nutzen wir wieder einmal die Küche des Platzes anstelle unseres Gaskochers. Die kostenlosen Duschen lassen wir heute auch nicht aus. Schade wäre das Wetter besser gewesen, hätte uns die Gegend sehr gut gefallen. Hierher könnte man noch einmal zurück kommen und die Wanderungen und Wasserfälle nachholen, die wir verpasst haben.

Der Plan für Morgen? Es geht weiter und tiefer in den Dovrefjell–Sunndalsfjella Nationalpark. Mit ein wenig Glück werden wir Moschus Ochsen sehen.

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