Norwegen Rundreise – Hardangervidda – Vik

Dies ist Teil 6 von 15 Teilen der Serie „Reisetagebuch Norwegen 2025“

Eigentlich wollten wir nur bis zum Tvindefossen fahren und uns dort auf den Tvinde Campingplatz stellen. Doch uns genügte hier ein schnelles Foto und da wir heute noch nicht lange unterwegs waren, haben wir uns auf den Weg zu unserem nächsten Ziel gemacht. Es geht weiter nach Vik.

Vangsnesvegen 456, 6894 Vangsnes, Norway

Fjordavegen – Sentrumsgata, 6893 Vik i Sogn, Norway

Hopperstad, Vik i Sogn, Vestland, Norway

Vangsnesvegen 456, 6894 Vangsnes, Norwegen

Utne, Vestland, Norway

Kvanndal, Granvin, Vestland, Norway

Kinsarvik, Vestland, Norway

Hardangervidda 810, 5785 Vøringsfoss, Norway

Fähren – Kinsarvik – Utne – Kvanndal

Kein Island-Hopping dafür aber Fähren-Hopping, so kommt es uns vor. Wenn es also keine Tunnel sind, dann Fähren und die fahren hier wie Busse. Man reiht sich ein, wartet, fährt drauf, lässt sich fahren und fährt dann weiter. Oder wie in diesem Fall, warten wir in Utne auf die Anschlussfähre nach Kvanndal. Selbst wenn man ein wenig warten muss, der Landweg ist ein immenser Umweg in der hier so durch Fjorde zerklüftete norwegische Landschaft.

Tvindefossen

Der Tvindefossen liegt nördlich von Voss, direkt an der E16. Man sieht ihn schon von der Straße aus – ein breiter, vielstufiger Wasserfall, der sich wie ein weißer Fächer über die Felsen legt. Er wirkt fast geordnet, obwohl das Wasser über viele kleine Stufen läuft.

Der Fall ist 116 Meter hoch und gehört zu den bekanntesten Wasserfällen Westnorwegens . Das Wasser kommt vom kleinen Fluss Kroelvi, der hier über eine zurückweichende Felswand stürzt. In den oberen Abschnitten bildet der Wasserfall mehrere feine, treppenartige Stufen, die im Sonnenlicht glitzern und den Fall besonders malerisch wirken lassen .

Der Tvindefossen war früher ein regelrechter Publikumsmagnet. In den 1990er‑Jahren bekam das Wasser den Ruf, verjüngend zu wirken – manche glaubten sogar an eine „Wunderquelle“. Das führte dazu, dass zeitweise über 200.000 Besucher pro Jahr hier anhielten, um Wasser abzufüllen. Heute ist es ruhiger, aber der Wasserfall hat nichts von seiner Schönheit verloren.

Der Wasserfall ist nicht wirklich spektakulär so reicht uns ein schnelles Foto. Der Blick zum Campingplatz lädt uns auch nicht zum verweilen ein. So prüfen wir unsere Route und geben als nächstes Ziel Vik ein.

Myrkdalvegen Serpentinveg

Wenn die Norweger mal keinen Tunnel bauen, dann bauen sie Serpentinen. Der Myrkdalvegen ist ein gutes Beispiel dafür. Die Straße beginnt harmlos im Tal bei Vinje. Grün. Breit. Entspannt. Doch je näher man Myrkdalen kommt, desto enger wird das Tal. Die Berge rücken zusammen. Der Fluss läuft direkt neben der Straße. Man fragt sich irgendwann, wo die Strecke überhaupt noch hin soll.

Myrkdalvegen Serpentinveg
Myrkdalvegen Serpentinveg

Und dann sieht man sie: die Zickzack‑Rampe, die sich die steile Bergflanke hinaufzieht. Enge Kehren. Kurze Geraden. Ein Wasserfall – der Sendefossen – rauscht direkt neben der Straße herunter. Die Serpentinen sind steil, aber gut zu fahren. Man gewinnt schnell Höhe, und mit jedem Meter öffnet sich der Blick weiter.

Oben auf dem Plateau wird die Landschaft plötzlich weit. Karg. Offen. Schnee liegt hier oft noch spät im Jahr am Straßenrand. Ein starker Kontrast zum engen Tal darunter. Genau das macht diese Strecke so typisch norwegisch: unten grün und gemütlich, oben rau und weit.

Panorama Richtung Sognefjord
Panorama Richtung Sognefjord

Djuvik Camping

Djuvik Camping liegt direkt am Sognefjord, ein paar Kilometer nördlich von Vik. Ein kleiner, ruhiger Platz, der sich eng an die Uferlinie schmiegt. Die Stellplätze liegen terrassenartig am Hang, viele davon mit freiem Blick über den Fjord. Wenn das Licht stimmt, spiegelt sich das Wasser wie Glas, und man hört nur das leise Plätschern der Wellen.

Der Platz ist einfach, aber gepflegt. Die Sanitäranlagen sind sauber, die Wege kurz, und alles wirkt familiär. Kein großer Schnickschnack, keine überfüllten Bereiche – eher ein Ort, an dem man ankommt, aussteigt und sofort langsamer wird.

Besonders schön ist der kleine Bootssteg. Von dort sieht man die Berge auf der anderen Seite des Fjords fast senkrecht aufsteigen. Abends färbt die Sonne die Hänge warm, und der Fjord wirkt wie ein stiller Spiegel. Ein perfekter Ort, um nach einem langen Fahrtag einfach nur dazusitzen und zu schauen.

Djuvik Camping
Djuvik Camping

Nachdem wir Cookie abgestellt haben fahren wir zum Fähranleger und dann zurück nach Vik um uns die Stabkirche anzuschauen.

Und wieder geht es erstmal mit der Fähre weiter

Morgen wollen wir wieder eine Fähre nehmen um Fahrstrecke zu sparen, eigentlich geht es von hier aus auch kaum anders weiter. Wir haben bereits in Deutschland einen Account bei AutoPASS angelegt und 200 EUR eingezahlt. Über das PKW Kennzeichen werden unsere Fährfahrten automatisch abgebucht. Aber nicht nur den Komfort des bargeldlosen Zahlens, sondern auch die Ersparnis, dass wir trotz Anhänger nur den PKW Tarif bezahlen müssen macht einen solchen Account zum Sparschwein.

Vangsnes – Fähranleger

Was wir allerdings nicht wußten, aber im Nachhinein korrigieren konnten ist, das man noch bevor man auf die Fähre fährt, bereits am Anleger gescannt wird und für die Überfahrt abgerechnet wird. Wir haben unseren Account alle paar Tage geprüft um zu sehen, ob unser Guthaben noch ausreicht und festgestellt, dass die Strecke Vangsnes – Hella zweimal abgerechnet worden ist. Einmal für den 27. und dann den 28. September. Eine kleine Email an den Kundenservice und die Strecke wurde einmal wieder gut geschrieben.

Bevor wir zurück nach Vik gefahren sind wollten wir uns den Fähranleger anschauen und gucken wann die Fähren morgens fahren und wie lange wir com Campingplatz bis hierher benötigen. Alleine die Tatsache und obwohl noch gar keine Fähre da war, war schon Anlass genug anzunehmen wir hätten die nächste Fähre genommen.

Fähre auf dem Weg nach Vik, Sognefjord
Fähre auf dem Weg nach Vik, Sognefjord

Vik

Vik liegt still am Südufer des Sognefjords. Ein kleines Dorf, eingerahmt von grünen Hängen, Obstwiesen und alten Bauernhöfen. Der Ort lebt von Landwirtschaft, ein bisschen Tourismus und viel Tradition. Es gibt kleine Läden, ein paar Cafés und eine Uferpromenade, die sich perfekt für einen kurzen Spaziergang eignet. Vik ist kein „Highlight‑Ort“, aber ein Ort, der sich für einen Zwischenstopp anbietet.

Hopperstad Stabkirche

Das eigentliche Juwel von Vik liegt etwas oberhalb des Dorfes: die Hopperstad Stabkirche.

Sie stammt aus dem 12. Jahrhundert und gehört zu den ältesten und am besten erhaltenen Stabkirchen Norwegens. Wenn man davorsteht, wirkt sie fast wie ein hölzernes Schiff, das sich in den Hang lehnt. Dunkles Teerholz, geschnitzte Drachenköpfe, steile Dächer.

Die Kirche wurde im 19. Jahrhundert restauriert, aber der Kern ist original. Man riecht das Holz und den Teer. Die Konstruktion ist komplett aus Holz – ohne Nägel, nur mit Zapfen und Verbindungen. Ein Meisterwerk mittelalterlicher Baukunst.

Von außen hat man einen schönen Blick über Vik und den Fjord. Ein ruhiger Ort, der trotzdem eine große Geschichte erzählt. Hinein können wir leider nicht, auch bei den anderen Stabkirchen der nächsten Tage haben wir kein Glück. Wir kommen immer vor verschlossenen Türen an.

Wir fahren nach dem Besuch der Stabkirche zurück zum Campingplatz, wobei wir heute nicht selbst kochen sondern am Kai in Vik uns ein Thailändisches Essen servieren lassen. Danach genießen wir den Abend und machen Pläne für unser nächstes Ziel: Melkevoll Bretun im Briksdal.

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