Unsere Reise neigt sich dem Ende zu, der nächste Stopp in Bø bringt uns weiter in den Süden. Auf dem Weg liegt die Stabkirche von Heddal. Sie ist die größte noch erhaltene Stabkirche Norwegens. Bø selbst liegt in der Region Telemark süd-westlich von Oslo. Oslo haben wir bewußt ausgelassen, da wir nicht so die Stadtmenschen sind. Wobei wir auch mal gerne Städteurlaube machen, aber dann ohne Cookie im Schlepptau. Das Wetter ist etwas besser geworden, so können wir zumindest das Umfeld des Campingplatzes am Abend genießen.
Lifjellvegen 51, 3804 Bø i Telemark, Norway
Heddalsvegen 412, 3676 Notodden, Norway
Dampsagveien 47 , 2609 Lillehammer Norwegen
Heddal Stabkirche
Die Stabkirche Heddal wirkt schon von außen beeindruckend. Drei hohe Türme, dunkles Teerholz und ein Dach, das sich in vielen Ebenen übereinander schiebt. Die Kirche stammt aus dem 13. Jahrhundert und gilt als die größte Stabkirche Norwegens. Der Bau ruht auf zwölf mächtigen Holzsäulen, den „Stäben“, und erinnert mit seiner Höhe und den vielen Dachflächen fast an eine gotische Kathedrale – nur eben komplett aus Holz. Rund um das Gebäude verläuft ein überdachter Laubengang, der früher Schutz vor Wind und Regen bot. Die Portale tragen kunstvolle Schnitzereien mit Motiven aus der nordischen Mythologie.















Im Inneren zeigt die Kirche Spuren aus vielen Jahrhunderten: Wandmalereien aus dem 17. Jahrhundert, ein Altar von 1667 und ein prunkvoller Bischofsstuhl mit Motiven aus der Nibelungensage. Einige Balken stammen laut Radiokarbondatierung sogar aus der Zeit zwischen 875 und 925. Die Kirche wird bis heute genutzt und gehört zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten der Region.
Wir stehen allerdings vor verschlossenen Türen. Natürlich — es ist Nebensaison, und die Öffnungszeiten sind kurz. Also laufen wir einmal um die Kirche herum, schauen uns die Details an und genießen die Stille. Auch ohne Innenraum bleibt die Stabkirche Heddal ein beeindruckender Ort, der die ganze Geschichte des mittelalterlichen Holzbaus in sich trägt.
Bø Camping
Der Campingplatz liegt nur ein paar Minuten vom Sommarland entfernt. Im Sommer ist hier viel los, denn der Platz richtet sich stark an Familien. Jetzt im Herbst wirkt alles entspannter. Die Stellplätze liegen zwischen Bäumen und Wiesen, und die Berge des Lifjell bilden die Kulisse. Der Platz bietet gute Sanitäranlagen, eine kleine Rezeption mit Laden und mehrere Hütten. Im Sommer gibt es Minigolf, eine Hüpfkissen‑Wiese, Volleyball und sogar eine eigene Bistro‑Ecke. Jetzt bleibt davon nur die ruhige Infrastruktur, die man als Herbstreisender gut gebrauchen kann.
Bø Sommarland ist im Sommer einer der größten Wasserparks Skandinaviens. Riesige Rutschen, beheizte Becken, eine Wasserachterbahn und ein künstlicher Fluss ziehen jedes Jahr Tausende an. Jetzt im Herbst wirkt das Gelände wie eine leere Bühne. Die Tore sind geschlossen, die Becken leer, und die bunten Rutschen stehen still.
Wir spazieren über den Platz des Campgrounds und am Waldrand entlang. Wir erkennen, dass es hier auch einen Kletterpark gibt. An möglichen Aktivitäten fehlt es hier im Sommer nicht. Wir genießen hier die warmen Duschen und schauen wie wir die letzten Tage verbringen wollen.


Ich muss dazu sagen, dass wir für die Fahrstrecken, weitaus mehr Stopps geplant haben. Der Grund weshalb wir hier nicht darüber schreiben ist einfach. Dank des immer wieder einsetzenden Regens lassen wir einige Stopps in den letzten Tagen einfach weg. Dafür genießen wir die wenn auch feuchte bis nasse frische Luft. Wir wagen uns dann einfach am jeweiligen Campingplatz hinaus, wenn es nicht gerade schüttet.
Morgen geht es dann schon zum letzten Campingplatz in Norwegen für diese Reise. Wir haben uns auch noch eine kleine Wanderung ausgesucht, doch hierfür langt dann am Ende die Zeit nicht mehr. Diese wollen wir aber auf einer unserer nächsten Norwegenreisen nachholen. Mal sehen ob sie dann immer noch ein Geheimtipp ist oder genauso überlaufen wie der Preikestolen.