Norwegen Rundreise – Gjøra – Hjerkinn (Dovrefjell)

Dies ist Teil 12 von 15 Teilen der Serie „Reisetagebuch Norwegen 2025“

Unser nächster Stopp ist Hjerkinn, direkt am Dovrefjell–Sunndalsfjella Nationalpark. Der Snøhetta Campingplatz, liegt direkt an der E6 und dem Snøhetta der die Grenze zum Dovrefjell markiert. Früher glaubte man, dass es sich um den höchsten Gipfel des Landes handelte. Heute weiß man es besser, aber man kann sich leicht darauf einigen, dass das Snøhetta-Massiv imposant ist, da es sich hoch und frei über das Dovre-Plateau erhebt.

Hjerkinn, Innlandet, Norway

Hjerkinn, Innlandet, Norway

Hjerkinn, Innlandet, Norway

Rasteplass ved Svåne-elva, Jøroskloppa

Gjøra, Møre og Romsdal, Norway

Snøhetta Camping – kleines Basislager am Tor zum Dovrefjell

Snøhetta Camping liegt in Hjerkinn, wie bereits erwähnt direkt an der E6, aber trotzdem erstaunlich ruhig. Der Platz ist klein, familiär geführt und wird in allen Bewertungen für seine herzliche Betreiberin, die sauberen Sanitäranlagen und die traumhafte Lage gelobt. Von hier aus beginnt das Dovrefjell – eine der ikonischsten Hochgebirgslandschaften Norwegens.

Snøhetta Camping
Snøhetta Camping

Der Platz bietet Stellplätze für Zelte und Wohnmobile, einfache Hütten, eine kleine Küche, Grillplätze und eine Wiese mit Blick auf die Berge. Duschen kosten extra (10 NOK für 7 Minuten), aber alles ist sauber und funktional. Leider gibt es kein WLAN. So sind wir ein wenig abgeschnitten von der online Welt. Aber das tut auch mal gut. Das wenige an online was wir benötigen machen wir dann halt mobil an unseren SmartPhones.

Moschusochsen

Der Platz organisiert geführte Touren zu den wilden Moschusochsen des Dovrefjell – ein Erlebnis, das viele Gäste als Highlight ihres Urlaubs beschreiben. Leider waren die Touren an unserem Wochenende schon ausgebucht bzw. fanden nicht statt.

Troll am Nationalparkzentrum - statt Moschusochsen im Dovrefjell
Troll am Nationalparkzentrum – statt Moschusochsen im Dovrefjell

Aber die Campingplatzbesitzerin hat uns einen Tipp gegeben wie wir selbst auf Moschusochsen-Jagd gehen können. Und das sogar mit guten Aussichten, denn sie hat laut Berichten von Sichtungen während der letzten Tage gehört. Sie ist zuversichtlich, dass sich die Tiere immer noch dort aufhalten und beschreibt den Weg und den Ort an dem wir besonders Ausschau halten sollen.

Der Snøheimvegen durchs Dovrefjell

Der Platz ist wirklich ideal gelegen. In Hjerkinn gibt es ein Nationalparkzentrum und das Snøheim direkt am Anfang des Nationalparks. Im Nationalparkzentrum kann man ebenfalls Touren buchen, was unsere letzte Hoffnung war. Das Nationalparkzentrum ist aber leider (mal wieder für uns) dank Saisonende geschlossen. Deshalb wollen wir es auf eigene Faust probieren.

So machen wir uns auf, lassen Cookie und Cookiedoo auf dem Campingplatz zurück, denn ansonsten müssen wir wieder eine Maut für das befahren der Nationalparkstraße entrichten. Nicht, dass wir geizig sind, aber Bewegung tut auch gut. Wobei wir am Ende doch lieber den Wagen genommen hätten, auch aus dem einfachen Grund uns selbst zum Snøheim zu chauffieren. So lassen wir die Parkstation aussen vor und gehen den Snøheimvegen entlang. Mal wieder keine Rundwanderung, aber wir wollen ja nach Möglichkeit Moschusochsen sehen.

Ein Sturm zieht auf

Wir gehen bis zur beschriebenen Stelle, an der sich angeblich die Moschusochsen aufhalten sollen. Doch leider zeigen sich keine Tiere. Das Wetter und die Lichtstimmung ist unwirklich. Es ist kalt, sehr windig und düster. Wir haben über unsere Warn-App für zu Hause, also in Deutschland, eine Alarmstufe Rot – Unwetterwarnung erhalten. Aber auch hier ist für den Abend und den kommenden Tag Unwetter angesagt. Es scheint als wäre ganz Nord-West-Europa betroffen.

Auf unserem Weg treffen wir auf ein junges Paar, ebenfalls aus Deutschland, das auch auf den Ratschlag der Campingplatzbesitzerin gehört hat. Sie waren bereits gestern hier und haben in weiter ferne einen Moschusochsen gesehen. Sie fahren später ab, denn sie müssen morgen die Fähre zurück nach Deutschland erreichen. Sie sind bereits auf dem Rückweg zum Campingplatz und wir gehen noch einige hundert Meter weiter den Snøheimvegen entlang bis auch wir uns entschließen umzukehren.

Mittlerweile ist es richtig stürmisch geworden, wir müssen uns bereits in den Wind legen und kommen nur langsam voran. Am Ende sind wir ca. fünfeinhalb Kilometer tief in das Dovre-Plateau vorgedrungen.

Elche

Von dem jungen Paar haben wir erfahren, dass sie Elche gesehen haben. Entlang der Straße. Den Tipp haben sie von den Parkrangern erhalten. Wir wärmen uns erst etwas auf mit einem heißen Tee und wollen dann mit Cookiedoo uns auf Elch-Pirsch begeben. Wir fahren den Folldalsvegen und nehmen dann die Parallelstraße (Baksidevegen), denn von der aus haben sie Elche gesehen und uns sogar ein paar Fotos gezeigt.

Elche kennen wir gut, zumindest in Nova Scotia, haben wir diese zahlreich gesehen und konnten sie gut fotografieren. Wir wissen also worauf wir achten müssen und wonach wir Ausschau zu halten haben. Wir befahren die Hinterstraße einige male, bis wir erfolglos aufgeben. Wieder zurück am Campinglatz treffen später Camper ein, die wir bereits mehrfach auf unserer Rundreise gekreuzt haben. Auch sie erzählen davon Elche gesehen zu haben, eben auch auf der Baksidevegen.

Wir machen uns erneut auf dem Weg, es dämmert schon. Wir fahren wieder auf und ab und bleiben erfolglos.

Snøhetta Camping
Snøhetta Camping

Schnee

Mittlerweile hat der Sturm Schnee gebracht. Der ist neben Sturmböen mit bis zu über 100km/h auch für den kompletten morgigen Tag gemeldet. Zu gefährlich um mit Cookie im Schlepptau durch die Berge zu fahren. Wir buchen deshalb eine weitere Nach auf dem Snøhetta Camping.

Gemütlicher Cookie

Am Morgen ist alles weiß, im Cookie haben wir es jedoch schön warm und gemütlich. Unternehmen können wir nicht viel. Wir fahren den Tag über einige male die Baksidevegen, aber weiterhin erfolglos. Zudem gibt es noch andere Wanderparkplätze die wir anfahren um die Informationstafeln und Wanderungen zu schauen, die theoretisch möglich gewesen werden.

Am Rasteplass ved Svåne-elva, Jøroskloppa startet eine Moschusochsen Wanderung. Sie klingt verheißungsvoll und soll eine hohe Wahrscheinlichkeit der Sichtung der Tiere haben. Das steht nicht nur auf den Schildern sondern auch in den Beschreibungen diverser Wanderweg-Plattformen. Der Moschusochsenweg (Moskusstien) endet, bzw. beginnt hier und führt nach Kongsvoll.

Snøhetta Camping
Snøhetta Camping am Abend des 4. Oktober 2025

Wir hätten gerne die Tiere der letzten (gesunden) Moschusochsen-Population Europas gesehen. Das Wetter lässt es aber einfach nicht zu, so sehr wir auch wollen. Wir denken die Moschusochsen und Elche haben auch Schutz gesucht und sind deshalb für uns nicht ersichtlich. So kehren wir zurück und versuchen zumindest irgendwann hierher zurückzukehren.

Uns bleibt nichts weiter übrig als morgen weiter zu fahren, wir haben zwar noch ein paar Tage, aber wir müssen weiter Richtung Süden. Wir werden nach Lillehammer weiter fahren und verlassen damit Mittelnorwegen. Aber wir kommen wieder – irgendwann.

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