Nach den schönen Tagen am Bodensee sind wir ins Ostallgäu in die Region Füssen/Schwangau gefahren. Drei Nächte haben wir uns auf dem Bannwaldsee Campingplatz eingebucht. Von hier aus ging es zu den „Schwangauer“ Schlössern, hoch hinauf auf den Tegelberg, nach Füssen zum Lechfall und rund um den Forggensee per Rad.

Campingplatz Bannwaldsee
Der Campingplatz Bannwaldsee liegt direkt am Südufer des Bannwaldsees und eignet sich gut als Basis für Ausflüge nach Schwangau und in die Umgebung. Die Stellplätze sind gepflegt, die Wege zum Ufer kurz, und die Infrastruktur bietet alles Nötige für einen unkomplizierten Aufenthalt — ideal, wenn man morgens schnell aufs Rad steigen oder abends noch einen Spaziergang am Wasser machen möchte.
Wir haben unsere Parzelle bezogen, das neue Sonnensegel aufgebaut, den Tisch und die Stühle rausgestellt. Den Abend haben wir mit einer kleinen Platzerkundung und kurzem Spaziergang zum See ausklingen lassen. Der 1. Mai und das damit verbundene lange Wochenende führte dazu, dass sich die noch freien Plätze nach und nach füllten. Besonders hat man das aber an der Sauberkeit der sanitären Anlagen messen können.
Besonders praktisch ist die Nähe zu den Sehenswürdigkeiten: Tegelberg, den man direkt vom Platz bestaunen kann, Neuschwanstein, Füssen und Forggensee. Ende April war der Platz ruhig, zum Feiertagswochenende hin wurde es zwar lebhafter, aber trotz der Tanz- und Musikabende blieb es ruhig und von all dem Trubel haben wir nichts mitbekommen.

Unser Ausflug nach Hohenschwangau und Neuschwanstein
Vom Campingplatz fuhren wir zunächst nach Hohenschwangau. Bereits auf dem Weg vom Parkplatz zur Marienbrücke eröffnete sich uns ein beeindruckender Blick auf Schloss Hohenschwangau, das majestätisch an der Straße thront.
Schloss Hohenschwangau – Ein königliches Kleinod
Schloss Hohenschwangau, das wir bereits von der Straße aus bewundern konnten, ist ein historisches Juwel mit einer faszinierenden Geschichte. Das neugotische Schloss wurde im 19. Jahrhundert von König Maximilian II. von Bayern wiederaufgebaut und diente der königlichen Familie als Sommerresidenz. Hier verbrachte auch der spätere König Ludwig II. seine Kindheit und Jugend – jene prägenden Jahre, die seine Leidenschaft für Burgen und Schlösser weckten und letztlich zur Entstehung von Neuschwanstein führten. Die leuchtend gelbe Fassade hebt sich malerisch von der umliegenden Berglandschaft ab und macht das Schloss zu einem unverwechselbaren Wahrzeichen der Region. Mit seinen prachtvollen Innenräumen und der romantischen Lage über dem Alpsee verkörpert Schloss Hohenschwangau die Sehnsucht nach einer idealisierten Vergangenheit, die das 19. Jahrhundert prägte.

Unser eigentliches Ziel war jedoch die Wanderung zum weltberühmten Schloss Neuschwanstein. Statt den direkten Aufstieg zu wählen und den Menschenmengen nachzueifern, entschieden wir uns für den Weg zur Marienbrücke. Dieser doch anspruchsvolle, relativ steile Weg mündet schließlich in den Weg, der vom Schloss heraufführt.
Während der Weg bis hierher fast ohne Begegnungen verlief, sind wir auf dem letzten Stück zur Brücke ein Teil des Massentourismus geworden. Selbst auf der Brücke muss man sich an Touristen, die Kameras heben und Selfies und Fotos vom Schloss machen, vorbeidrängen, um selbst in den Genuss eines halbwegs passablen Fotos vom Schloss Neuschwanstein zu kommen.
Schloss Neuschwanstein – Die Inspiration hinter dem Disney-Märchenschloss
Schloss Neuschwanstein, das majestätische Bauwerk König Ludwigs II. von Bayern, thront seit 1886 über den Allgäuer Alpen und gilt als eines der bekanntesten Schlösser weltweit. Die märchenhafte Architektur mit ihren weißen Kalksteinfassaden, filigranen Türmen und der spektakulären Lage inmitten alpiner Berglandschaft inspirierte Walt Disney nachweislich bei der Gestaltung des ikonischen Dornröschenschlosses im kalifornischen Disneyland.



Während Disney selbst Neuschwanstein 1935 besuchte, flossen dessen romantische Elemente – wie die schlanken Türme und die verwunschene Erscheinung – unmittelbar in das Design des Cinderella-Schlosses ein, das 1955 eröffnet wurde. Somit wurde Ludwigs Traum von einer mittelalterlichen Ritterburg zum weltweiten Symbol für Märchen und Fantasie und prägt bis heute die Vorstellung vom perfekten Märchenschloss.
Tegelberg
Für den Rückweg haben wir uns dann für den direkteren Weg am Schloss selbst vorbei zurück nach Hohenschwangau entschieden. Nach dem Parkplatzwechsel zur Tegelbergbahn haben wir uns gemütlich zum Gipfel bringen lassen. Die Fahrt selbst ist kurz, aber sie eröffnet eine andere Perspektive, denn auch von hier aus lässt sich ein Blick zum Schloss ergattern, bevor es hinter den Felsen aus der Sichtweite verschwindet.
Oben angekommen eröffnet sich ein atemberaubendes Panorama: Glitzernde Seen, sanft geschwungene Hügel und majestätische schneebedeckte Gipfel verschmelzen zu einem einzigartigen Anblick. Von hier aus starten Gleitschirmflieger und Tandempassagiere – sozusagen luftige Bergtaxis in ihre Talfahrt. Neben der spektakulären Aussicht lädt ein Höhenweg zu ausgedehnten Wanderungen ein, und wer Zeit und Lust mitbringt, kann auch den Abstieg ins Tal zu Fuß antreten. Wir haben uns stattdessen eine wohlverdiente Pause gegönnt und bei einem erfrischenden Getränk an der Berghütte die Atmosphäre genossen.





Tegelberg – Wissenswertes und Informationen
Der Tegelberg ist ein 1.881 Meter hoher Berg in den Ammergauer Alpen. Er zählt zu den bekanntesten Ausflugszielen der Region und bietet eine beeindruckende Kombination aus Natur, Geschichte und Freizeitmöglichkeiten.
Der Tegelberg erhebt sich unmittelbar bei Schloss Neuschwanstein und ist sowohl für Wanderer als auch mit der Tegelbergbahn (Kabinenseilbahn) bequem erreichbar. Die Talstation befindet sich auf etwa 800 Metern Höhe, die Bergstation auf 1.720 Metern.
An der Talstation sorgt eine Rodelbahn für Familienspaß und man findet eine römische Ausgrabungsstätte mit Resten einer römischen Villa rustica am Berghang. Die archäologischen Funde belegen eine Besiedlung bereits in römischer Zeit.
Füssen Outdoor Center und Kletterparcours
Da der Tag noch etwas zu bieten hatte, sind wir nach Füssen gefahren. Zum einen, weil unsere Trittstufe eingeknickt ist und wir eine neue brauchten, und zum anderen, weil wir das Outletcenter besuchen wollten. Das FOC Füssen bietet neben Outlet-Shopping einen integrierten Hochseilgarten, der sich sowohl im Außenbereich als auch innerhalb des Centers erstreckt und die Parcours teilweise an den Decken der Geschäfte entlang führt. So lässt sich Einkaufen mit Kletterspaß verbinden: Verschiedene Schwierigkeitsgrade und ein durchgehendes Sicherungssystem machen die Anlage für Familien und Gruppen attraktiv.
Wir haben uns aufs Stöbern und Einkaufen beschränkt und auf der Rückfahrt zum Campingplatz einen kurzen Umweg und Fotostopp am Lechfall gemacht.


Radtour
Der erste Mai war für uns ein Tag auf dem Rad. Wir starteten am Campingplatz Bannwaldsee, fuhren an St. Coloman und Schloss Neuschwanstein vorbei nach Schwangau und begannen die Umrundung des Forggensees. Die Strecke, ca. 45 km, schlängelt sich in unmittelbarer Nähe zum Ufer entlang, bietet immer wieder neue Ausblicke auf den See, und hat man die Ostseite verlassen, genießt man einen herrlichen Blick auf die nördlichen Alpen.
Es gibt genügend Haltepunkte zum Verschnaufen, Kaffee und Kuchen zu genießen oder essen zu gehen. Uns langte Ersteres.





Auf dem Rückweg haben wir in Schwangau bei einem Hof noch frische Grillwurst und Fleisch am Automaten gekauft und abends unseren Skottigrill bemüht. Ein frischer Salat dazu und ein kühles Radler. So kann der Tag gerne ausklingen.
Da das Wetter noch immer schön war und das Sonnensegel trocken, haben wir es für die Weiterfahrt morgen vorsorglich schon einmal eingepackt. Für die kommenden Tage soll das Wetter schlechter werden, davon lassen wir uns aber nicht einschüchtern. Morgen geht es in die Zugspitz-Region.